Zyklenpflege mit SimDia²

Am Beispiel der CO-OM-Ist-Umlage (Transaktion KSU1) mit dem Objekttyp Kostenstelle habe ich untersucht, ob/inwieweit

zur Anlage von Zyklen genutzt werden kann – ein nach meiner Erfahrung „klassischer“ CO-Anwendungsfall.

Eins vorweg: SimDia² eignet sich nicht für Zyklen, die „feste“ Empfängerregeln (Feste Beträge, Feste Prozentsätze, Feste Anteile) verwenden. Dies liegt in der fehlenden Möglichkeit begründet, die bei dieser Konstellation im Register Empfängerbezugsbasis gelisteten einzelnen Empfängerkostenstellen zu adressieren, um ihnen ihre individuellen festen Werte zuzuweisen. Möglich wäre das, wenn seitens SAP das Schlüsselfeld Kostenstelle eingabebereit wäre (dann könnte SimDia² nach dem Schlüssel suchen) oder SAP – wie dies bei anderen Transaktionen der Fall ist – die Funktionalität „Positionieren“ vorgesehen hätte. Beides ist nicht der Fall.

Festen Empfängerregeln wohnt nun allerdings ohnehin die Tendenz inne, außerhalb des SAP-Systems „gewürfelt“ zu werden. Ich habe schon erlebt, dass man Werte aus SAP nach Excel geladen, dort per Dreisatz Relationen berechnet und die Ergebnisse daraus als feste Prozentsätze in der Zyklenpflege eingetippt hat. Oder – noch schlimmer – als Festbeträge. Und sich dann wunderte, warum auf den Senderkostenstellen erhebliche Beträge stehen blieben.

Mein (und womöglich auch der von SAP, denn diese Regel ist der Default-Wert bei der Zyklenpflege) Favorit ist daher ohnehin die Empfängerregel Variable Anteile, die die Verhältnisrechnung SAP-intern durchführt. Was kann also SimDia², wenn man auf diese Empfängerregel fokussiert?

Wie Sie dem folgenden Video entnehmen können, ist SimDia² bei dieser Konstellation prinzipiell in der Lage, Zyklen anzulegen, in deren Segmenten unterschiedliche Senderregeln und Arten der variablen Anteile Verwendung finden.

Zwei Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein. Damit solche Zyklen mit SimDia²-Unterstützung bearbeitet werden können:

  1. Es besteht kein Erfordernis, im Register Empfängergewichtungsfaktoren die Gewichtungsfaktoren empfängerspezifisch gegenüber dem Default-Wert 1,00 anzupassen. Andernfalls entsteht wieder das o. g. Problem, dass die Empfängerkostenstellen nicht adressiert werden können.
  2. Bei Verwendung der Senderregel Feste Beträge gibt es nur eine Senderkostenstelle, da andernfalls das Adressierungsproblem dann im Register Senderwerte auftreten würde. Als Workaround könnte man hier allerdings mit einem separaten Segment je Senderkostenstelle arbeiten.

Notiz am Rande

Die Herausforderung bei der Anlage eines solchen Zyklus mit der Empfängerregel Variable Anteile schien zuerst darin zu bestehen, abhängig von der Art der variablen Anteile (z. B. Istkosten oder Istmenge einer statistischen Kennzahl) im Register Empfängerbezugsbasis in der Feldgruppe Selektionskriterien unterschiedliche Felder zu versorgen, im Fall von Kosten die Kostenart, bei der Menge einer statistischen Kennzahl die Kennzahl selbst.

Bei näherem Hinsehen stellte sich dann aber heraus, dass es sich bei den zu spezifizierenden Selektionskriterien technisch immer um dieselbe Zeile einer Matrix handelt, die von SAP jeweils nur verschieden beschriftet wird.

Mit dieser Erkenntnis konnte die zu verarbeitende Excel-Datei so aufgebaut werden, dass den konstanten SAP-Feldern feste/eindeutige Excel-Felder zugewiesen werden, die in Abhängigkeit von der Art der variablen Anteile die jeweils korrekten Feldinhalte aufweisen.

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